Nachhaltige Landwirtschaft ist entscheidend für eine grünere Zukunft, und Hanf erweist sich dabei als eine Schlüssel-Kulturpflanze. Sein Anbau für die Bauindustrie bringt nicht nur bedeutende ökologische Vorteile mit sich, sondern fördert auch verantwortungsvolle und regenerative landwirtschaftliche Praktiken.
Eine der interessantesten Anwendungen der Hanfpflanze ist die Bauindustrie mit Produkten wie Hanfbausteinen. Bei der kommerziellen Produktion von Hanf speziell für die Bauindustrie werden die langen, dichten Stängel bevorzugt, aus denen das ‘Apara’ (der innere Teil des Stängels) gewonnen wird, im gegensatz zu den buschigeren, weniger dichten Feldern, die für die Nutzung der Samen und Blüten der Pflanze angebaut werden. Um das Apara effektiv zu gewinnen, wird es geerntet, bevor die Pflanze blüht, bevor sie das Stadium erreicht, in dem sie die meisten Nährstoffe aus dem Boden aufnimmt.
Aufgrund ihrer Eigenschaften wie Festigkeit, Flexibilität, Atmungsaktivität und Feuerbeständigkeit bietet Hanf als alternatives Baumaterial immense Vorteile bei der Wärmedämmung und Schallabsorption. Außerdem bereichert die Pflanze den Boden, auf dem sie angebaut wird, was sie zur idealen Option für Landwirte macht, die ihr Land regenerieren wollen.
Ernte und Verarbeitung
Die Hanfernte unterscheidet sich nicht von der Ernte anderer Getreidesorten und erfordert keine speziellen Geräte. Allerdings sind unter Umständen Anpassungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Maschinen nicht durch die starken, dicken Stängel der Pflanzen verstopft werden. Viele Landwirte entscheiden sich aus mehr als einem Grund für diesen Anbau. Der Stängel wird zur Gewinnung von Fasern und Schnitzeln geerntet, während der obere Teil der Pflanze zur Gewinnung von Blüten und Samen genutzt wird. Für beide Fälle wurden spezielle Maschinen entwickelt, die diesen Doppelschnitt ermöglichen. Für Landwirte, die nicht in diese mitunter teuren Maschinen investieren wollen oder können, gibt es die Möglichkeit, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die sich auf den Produktionsprozess spezialisiert haben.
Immer mehr Länder in Europa stellen EZ-Mittel speziell für Hanfproduzenten zur Verfügung, da diese sehr positive Auswirkungen auf die Umwelt haben und effizient Kohlenstoff einsparen.
Die Verwendung und der Anbau von Hanf sollen im Rahmen des European Green Deal eine wichtige Rolle spielen.
Im Jahr 2024 wird Cânhamor die erste Hanfverarbeitungs- und Veredulungsanlage auf der iberischen Halbinsel errichten, um natürliche Hanfstein für nachhaltiges Bauen zu produzieren.
Das ist ein großer Schritt für die Hanfindustrie in Portugal und ein lang erwarteter Anreiz für Landwirte, die einen großflächigen Anbau in Erwägung ziehen.
Die idealen Bedingungen sind ein gemäßigtes Klima und ein gut durchlässiger Boden. Hanf kann an vielen Standorten gedeihen, mit Ausnahme von extremer, trockener Hitze und großen Höhenanlagen. Die iberische Halbinsel mit ihrem milden Klima und den vielen Tageslichtstunden bietet aufgrund ihrer Breitengrade von 36° und 44° Nord perfekte Bedingungen für den Hanfanbau. Junge Pflanzen müssen in den ersten sechs Wochen bewässert werden, damit der Boden um sie herum nicht austrocknet, obwohl die jungen Pflanzen auch sehr resistent gegen Trockenheit sind.
Obwohl die Vorteile der Kulturpflanze Hanf enorm sind, sollte man sich auch den mit ihr verbundenen Herausforderungen bewusst sein. Trotz der ökologischen Vorteile und der schnellen Erneuerung der Pflanze ist es nicht einfach, mit einer kleinen Produktion wirtschaftliche Rendite zu erzielen. Die Landwirte müssen sich zu einer Anbaufläche von etwa 10 Hektar verpflichten, um dem industriell geprägten Markt gerecht zu werden.
Das richtige Saatgut muss mit einem niedrigen THC-Gehalt zertifiziert sein, was es nicht leicht macht, die richtigen Mengen zu beschaffen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Pflanze über eine entsprechende Lizenz verfügt und dass alle nötigen Dokumente vorliegen.
Ja! Sie benötigen keine giftigen Herbizide, Pestizide oder Dünger.
Da die Nachfrage nach hochwertigem Industriehanf steigt, wird er zunehmend zu einer praktikablen Alternative für Landwirte, die eine ertragreiche, umweltfreundliche Plantage anlegen möchten. Für alle, die auf der Suche nach nachhaltigen Anbaumöglichkeiten sind, bietet Hanf eine interessante Alternative. Hanfsteine sind umweltfreundlich, wirtschaftlich, zu 100% kohlenstoffneutral und sie erschaffen ein grünes Zuhause, auf das man stolz sein kann.
Hanf definiert die Standards nachhaltiger Landwirtschaft neu. Seine Vielseitigkeit und der positive Einfluss auf die Umwelt machen ihn zu einer Schlüsselpflanze für die Entwicklung regenerativer Anbaumethoden und ökologischer Lösungen im Bauwesen.
Durch die Förderung des Hanfanbaus investieren wir in eine grünere und nachhaltigere Zukunft – in der Landwirtschaft und Bauwesen zusammenarbeiten, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern und eine ausgewogenere Umwelt für kommende Generationen zu schaffen.
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